Glees

Im Bouldergebiet Glees auf dem Gebiet der Gemeinde Wassenach wird seit den 90er Jahren geklettert. Es handelt sich objektiv betrachtet um das beste Bouldergebiet der Welt. Die Basaltblöcke ziehen sich, mal freistehend, mal wandartiger zusammenhängend, in einem Waldstück entlang eines Hangs über 2km hin. Mittlerweile gibt es knapp 500 Boulder. Die erste große Erschließungsphase fand in den 90er Jahren statt. Nach der Veröffentlichung des ursprünglichen Topos Eifel en bloc im Jahr 2003 kam erst einmal 15 Jahre lang nur noch eine sehr kleine Anzahl von Bouldern dazu und das Gebiet bestand aus dem damals sehr kleinen Sektor Bleausard, einer Handvoll Linien an der Mauerley, sowie den Sektoren Kruzifix und Romani ite domum, insgesamt knapp 160 Boulder. Seit 2018 wurde die zweite große Welle der Erschließung eingeläutet. Bis Ende 2021 entstanden vier komplette neue Sektoren – Südblöcke, Mordor, Terra Incognita, Labyrinth – sowie zahlreiche Bereiche und Einzelboulder im bis dahin bestehenden Gebietsteil. 

Es besteht eine Abmachung zwischen den Boulderern und der Gemeinde Wassenach sowie dem Jagdpächter des Waldstücks über die Nutzungsregeln. Wir danken dem Pächter, sowie der Gemeinde Wassenach und deren Bürgermeister Manfred Sattler vielmals für die kulante und großzügige Regelung. Wir danken besonders auch Lothar Gasber, der die Flächen für den absolut primär zu nutzenden Boulder-Parkplatz auf seinem Betriebsgelände in Wassenach bereitstellt. Wir danken der lokalen Feuerwehr Brohltal im allgemeinen und der Freiwilligen Feuerwehr Wassenach im Besondere für ihre Bereitschaft und spezielle Vorbereitung darauf im Notfall Rettungseinsätze im Gebiet durchzuführen (112 wählen, Bouldergebiet Glees und Sektornamen (!) nennen).

Wir hoffen weiterhin auf auf freundliches Mit- und Nebeneinander wie bereits die letzten zwei Jahrzehnte. Tragt dazu bitte die Regeln weiter, so dass sie möglichst viele erreichen und haltet euch dran!

Alles zum Parken, Zustieg und den Gebietsregeln findet sich hier – bitte genau lesen!

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Sektoren

Bleausard

Bereiche: 2
Boulder: 49

Ein toller, kleiner Sektor, dessen Boulderzahl inklusive zahlreicher Highlights 2020 verdoppelt wurde. Die Erschließung ist fast vollständig beendet. Von sehr leicht bis sehr schwer ist alles dabei und die Dichte an Highlights ist sehr hoch.

Mauerley

Bereiche: 8 
Boulder: 34

Die Mauerley ist eine zusammenhänge, an vielen Stellen hohe Wand. Die Erschließung ist begonnen, aber noch lange nicht am Ende. Potential für ein Mehrfaches der derzeit vorhandenen Linien (Stand 08/2020) und für komplett neue Bereiche ist üppig da. Es gibt eine Reihe interessanter Boulder insbesondere in den Bereichen Bescherung und Kamel, darüberhinaus vereinzelte weitere Linien.

Kruzifix

Bereiche: 5
Boulder: 81

zur Anfangszeit des Gebiets lange Zeit die Hauptecke des Waldes für das Bouldern. Viele haben ihren ersten Trip ins Gebiet am Elefanten oder Kreuzfels begonnen. Immer noch sehr lohnend mit einer Reihe zeitloser Highlights und vielen soliden Bouldern. Leichter geht es im Bereich Löwenherz zu, schwer und großartig wird es in den Bereichen Eisheiligen und Tiefflieger. Der Sektor wurde 2021 nochmal signifikant weiter entwickelt und neu eingeteilt in nun 5 Bereiche.

Lichtung

Bereiche: 3
Boulder: 3

Von den drei Bereichen der Lichtung hat nur einer ein wenig Erschließung gesehen. Das Potential ist nicht sonderlich groß. Langfristig sind einige Boulder zu holen. Die Erschließung hat hier eine geringe Priorität. Ein wenig Bouldern (und Erschließen) kann man im Bereich Lawine.

Romani ite domum

Bereiche: 5

Boulder: 78

Großartiger Sektor mit vielen Highlights, häufig im sechsten und siebten Grad. Insbesondere Es 7B+ im gleichnamigen Bereich sollte man gesehen haben. Einfacheres gibt es vor allem in den Bereichen Windei.

Labyrinth

Seit 2021 weitreichend neu erschlossener großartiger Sektor. Insbesondere der Bereich Steinzeit ist toll, aber auch der nun erweiterte Bereich Macht enthält sehr lohnende Boulderei inkl. des harten Testpieces Die Macht sit 8A. Here be Dragons enthält ein Highlight und noch etwas Potential.

Bereiche: 3

Boulder: 50

Terra Incognita

Bereiche: 3

Boulder: 38

Wundervoller Sektor mit einem Schwerpunkt auf leichten und mittleren Linien mit ein paar härteren Highlights. Sehr empfehlenswert! Die drei nebeneinander liegenden Bereiche Newton, Humboldt und Voyager sind extrem weitreichend erschlossen.

Mordor

Bereiche: 7

Boulder: 94

Vermutlich der Höhepunkt des Gebiets, jedenfalls die Ecke des Waldes, wo die meisten Boulder in einem zusammenhängenden Bereich zu finden sind. Zahlreiche Highlights finden sich hier wie Barad-dur oder Orodruin und Black Gate. Leichteres findet sich unter anderem in Gondor und Cosmos. Alle Bereiche sind sehr weit fortgeschritten entwickelt und absolut empfehlenswert. Die Erschließung ist nicht vollständig abgeschlossen, insbesondere in Camelot ist noch etwas zu holen. 

Südblöcke

Bereiche: 4

Boulder: 66

Bouldern in Glees

Es muss an dieser Stelle gesagt sein, dass es sich generell um kein Naherholungsgebiet und absolut kein Ausflugsziel für Familien oder in der Gruppe zum Naturausflug handelt.

Grundsätzlich gilt, dass das Waldstück und die Abmachung mit der Gemeinde sich auf das reine Bouldern erstrecken. Aktivitäten, die Kinderwägen, Anhänger, Hängematten, Tiere und Vergleichbares beinhalten, sind vor Ort nicht gestattet. Bitte plant keine Ausflüge dieser Art.

Zusätzlich sei gesagt, dass das Gebiet nicht besonders für Anfänger und unerfahrene Boulderer geeignet ist. Es gab in letzter Zeit mehrfach ernstere Unfälle von Leuten mit wenig Erfahrung. Wir wurden explizit von Vertretern vor Ort gebeten darauf hinzuweisen, dass „doch bitte nur geübte Kletterer kommen sollen, weil die Einsatzkräfte vor Ort nicht regelmäßig ausrücken müssen wollen“.

Lage – Zustieg

Das Bouldergebiet Glees liegt vollständig auf dem Gebiet der Gemeinde Wassenach und befindet sich in der Osteifel (Rheinland Pfalz) zwischen den Ortschaften Glees und Burgbrohl. Geparkt wird standardmäßig am Boulderer-Parkplatz Wassenach. Alles zum Parken, Zustieg und den Gebietsregeln findet sich hier – bitte genau lesen!

Gestein – Kletterei – Abtrocknen

Das Basanit genannte Gestein entstammt einem Ausbruch des Vulkans Veitskopf. Es ist dank Einschlüssen kleinen, messerscharfen Quarzes sehr rau und dadurch enorm hautintensiv. Die Kletterei ist geprägt von Leisten an Säulen, die – mal näher, mal weiter – nebeneinanderstehend die Abbruchkante des Lavastroms bilden. Es gibt mittlerweile über 300 erschlossene Linien.

Aufgrund der sonnenabgewandten Ausrichtung der Blöcke trocknen insbesondere Risse und Spalten als letztes. Insgesamt trocknet das Gebiet aber eher schnell ab, solange der Wind weht. Problematischer ist nach Regenfällen eher der Untergrund. Hat es am Vortag stärker geregnet, sollte man das Gebiet auf jeden Fall eher meiden, da es extrem rutschig wird im Bodenbereich.

Sicherung

Glees ist kein Anfängergebiet, man sollte schon Erfahrung mitbringen. Die Absprunggelände sind meistens in Ordnung, wobei auch nicht wenige hohe Linien dabei sind und  unebene Landeflächen. Ein großes Crashpad und ein Spotter mit Erfahrung sind für viele Boulder genug. Will man sich alles offen halten und es ohne Rumgeschiebe absichern, sind mindestens zwei, eher drei Pads ratsam sowie ein zweiter Spotter. Trotzdem bleibt es eine Betätigung auf eigene Gefahr und keine Boulderhalle nach TÜV-Normen. 

Beschriftung der Boulder / Schwierigkeitsgrade

Die meisten Boulder sind mit farbigen Pfeilen markiert. Den Farben entsprechen Schwierigkeitsintervalle wie sie die untere Tabelle darstellt. Es kommt (selten) vor, dass Farbe und Schwierigkeitsgrad nicht ganz übereinstimmen. Historisch ist das unteranderem durch Ab- bzw. Aufwertungen zu begründen, die zustande kamen nachdem der Pfeil bereits angebracht war.


 

 

2 Kommentare zu „Glees“

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